Broschüre „Weg ins Ungewisse“

Gymnasiasten veröffentlichen ihre neue Broschüre über ihre Begegnungen mit den Flüchtlingen

Vor einem Jahr entstand am Liechtensteinischen Gymnasium in einem Unterrichtsprojekt des Faches Religion und Kultur die Broschüre „Auf der Suche nach Menschlichkeit – Schülerinnen und Schüler begegnen Asyl suchenden Menschen aus Eritrea“.

In den nachfolgenden Monaten kam es auch zu Kontakten mit den somalischen Flüchtlingen und zu vielen verschiedenen Begegnungen und Veranstaltungen im Flüchtlingsheim oder an anderen Orten. Die Zahl der Gymnasiasten, die mit den 27 Eritreern und Somaliern, die von ursprünglich über 220 in Liechtenstein übrig geblieben sind, Bekanntschaften und auch Freundschaften schlossen, ist gewachsen. Auch die Sensibilität in Bezug auf dieses Thema ist am Gymnasium und darüber hinaus seither grösser geworden, vor allem auch durch den Einsatz der Wahlfachgruppe „Break The Silence“.

Es war daher nicht überraschend, dass zu Beginn des Wahlpflichtkurses „Spiritualität im Alltag“ mehrere Schülerinnen und Schüler fragten, ob sie auch dieses Schuljahr mit den Flüchtlingen ein Projekt machen können.

WEG ins Ungewisse“ – WEG von der Heimat und auf den WEG in eine ungewisse Zukunft

aMit der zweiten Broschüre „WEG ins Ungewisse“ wollen die Schülerinnen und Schüler über die Situation in Eritrea und Somalia informieren, um nochmals zu verdeutlichen, dass diese Menschen keine Wirtschaftsflüchtlinge sind, sondern ihr Leben bedroht ist durch Krieg und Diktatur. Sie wollen erahnen lassen, welche unvorstellbaren Strapazen, Leiden und Todesgefahren die Menschen aus Afrika auf ihrem Weg nach Europa auf sich nehmen, an dessen Ende die oft gestellte Frage „Warum seid ihr da?“ nur zynisch klingen kann. Wer solch eine Reise auf sich nimmt, muss keine Antwort auf das Warum dieser Reise mehr geben. Sie wollen auch Schicksale näher bringen, die nicht medial oder politisch gefärbt sind, sondern authentisch von den Flüchtlingen erzählt und in diesem Buch wieder gegeben wurden. Schliesslich wollen die Schülerinnen und Schüler auch ausdrücken, wie es ihnen in diesen Gesprächen gegangen ist, welche Wirkungen auf ihre Gedanken und Gefühle diese Gespräche hatten.

Der Titel „WEG INS UNGEWISSE“ entstand während den Gesprächen, als deutlich wurde, dass die Flüchtlinge niedergeschlagen und zermürbt sind nach diesem ständigen Warten auf Antworten und Perspektiven – wie es mit ihnen weiter gehen soll, ob sie dableiben können oder nicht, ob sie Arbeit bekommen usw. . Seit Jahren sind sie, WEG von ihren Familien und ihrem Zuhause, auf einem WEG, der keinerlei Perspektiven und wenig Sicherheiten bietet. Das einzige, was bleibt, ist die Hoffnung.

Mit dieser 50seitigen Broschüre wollen die Gymnasiasten dazu beitragen, dass die Hoffnung dieser Menschen genährt wird und in Liechtenstein auf fruchtbaren Boden fällt.

Der Reinerlös des Verkaufs (Preis 12 SFR) kommt den Flüchtlingen in Liechtenstein zu Gute.

Auszüge aus der Broschüre „WEG ins Ungewisse“:

b„Die Zeit, die ich bis jetzt mit den Flüchtlingen verbringen durfte, war eine sehr interessante Erfahrung. Vor dem ersten Treffen im Flüchtlingsheim Vaduz war ich ein wenig verunsichert, weil ich nicht recht wusste, was uns erwartete und wie sie unseren Besuch aufnehmen würden. Doch meine Skepsis war völlig unbegründet, denn sie kamen uns mit einer Offenheit und Freundlichkeit entgegen, die ich nie erwartet hätte. Sie haben das Wenige, das sie besitzen, mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit und Freude mit uns geteilt. So eine Herzlichkeit, obwohl wir für sie eigentlich Fremde waren, habe ich selten erlebt.

Etwas sehr Lehrreiches für mich waren die einzelnen Gespräche mit den Flüchtlingen. Ihre weite und anstrengende Reise, in der sie viele Hürden bewältigen mussten und viel Ungerechtigkeit erlebten, hat mich sehr betroffen gemacht. Sie haben ihre Heimat verlassen und mussten ihre Familie, Freunde und alles was sie besassen zurück lassen. Für mich ist das wie ein Hilfeschrei, der gehört werden sollte. Deshalb enttäuscht es mich immer mehr, wenn ich spüre, dass man diesen Menschen, die wirklich Hilfe benötigen, den Rücken zukehrt und ihnen die kalte Schulter zeigt. Wir sollten endlich aufwachen aus unserer Illusion der perfekten Welt und anfangen denen Menschen zu helfen, die nicht das Glück haben in einem Land, in dem Reichtum und Friede herrscht, aufzuwachsen.“ (Eine Schülerin)

„Nach meiner Flucht wurde mein Schwager verdächtigt, mir und weiteren zur Flucht verholfen zu haben. Tatsächlich aber habe ich mich aber in den Bergen versteckt und bin dort einen Monat geblieben. Mein Schwager wurde hingerichtet mit der Anklage auf Beihilfe zur Flucht. Mein Vater kam ins Gefängnis und wurde erpresst, damit ich zurückkomme. Er konnte sich dann jedoch mit der Hilfe der Familie aus dem Gefängnis freikaufen und mir gelang mit zwei weiteren die Flucht über die Grenze.

Auf unserer Reise vom Sudan nach Libyen mussten wir die Wüste durchqueren. 42 Leute auf einem Auto und das 44 Tage lang. Wir sind gefahren, wann immer es möglich war. Wenn man am Mittag in der brütenden Sonne stehen bleiben musste, versuchten alle irgendwie in den Schatten des Jeeps zu kommen. Unsere Vorräte gingen bereits nach 30 Tagen zu Ende und in den folgenden zwei Wochen waren wir dem Tod näher als unseren Mitreisenden auf dem vollgepackten Jeep. In dieser Zeit machte ich eine besonders schreckliche Erfahrung. Ein Jeep, der einige Tage vor uns abgefahren war, hatte ein Motorschaden und war liegen geblieben. Die Leute schrien um Hilfe und baten uns, sie mit zu nehmen. Doch wir konnten nicht, da unser Jeep auch schon überfüllt war, und Nahrungsmittel hatten wir auch keine mehr. Es war schrecklich eine schreiende Frau dem sicheren Tod zu überlassen. Sie kommt immer wieder in meinen Albträumen und ich fühle mich schuldig, dass ich ihnen nicht helfen konnte. Doch klar war nur eins: jeder der seinen Platz angeboten hätte wäre selbst in der Wüste gestorben. Und trotzdem verfolgt es mich.“

c„Bis zu dem Tag an dem wir sterben, werden wir nicht aufgeben! Es ist immer eine Hoffnung da. Im Moment lebe ich immer noch in einer dunklen Zeit und möchte mein Licht im Leben finden. Ich sah so viele schlimme Dinge und kann keine Nacht ruhig schlafen. Ich sah den Krieg, doch trotz allem bin ich am Leben. Das gab mir auf meinem Weg und auch heute noch Hoffnung. Ausserdem bedeutet für mich ein neues Jahr neue Hoffnung.“

„Die Zeit im Militär war furchtbar. Ich wollte nicht töten. Auf meiner Reise verlor ich so viele Freunde, gab aber nie auf und kämpfte für sie weiter. Die wirkliche Hoffnung steckt für mich immer in Gott. Jedes Mal wenn ich ein Ziel erreicht hatte, dankte ich Gott, dass ich noch lebe und es bis dorthin geschafft habe. Das Leben bedeutet Hoffen – Die Hoffnung ist das Leben.“

„Sie sind am 3. April von Somalia weggegangen. Sie mussten alles verkaufen, sogar ihr Haus, um die Flucht zu finanzieren. Die ganze Familie legte Geld zusammen, damit sie fliehen konnten. Wenn sie zurückgehen müssen, stehen sie vor dem Nichts. In Somalia will niemand etwas gegen die Regierung sagen, weil man dann gefoltert oder sogar getötet wird. Für die Menschen dort gibt es keine Hoffnung mehr. Die Regierung will sich auch dadurch Respekt verschaffen, indem sie grundlos Bomdben in die Häuser wirft und Menschen tötet. Einige Regierungskommandos dringen manchmal einfach in die Häuser ein, nehmen alles mit, vergewaltigen die Frauen und töten die Menschen. Seine Eltern wurden zum Beispiel durch eine Bombe getötet. Als Begründung für diese grundlosen Morde sagt die Regierung, dass sie es für das Land Somalia mache….“

Bestellungen der Broschüre:


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3 Kommentare zu Broschüre „Weg ins Ungewisse“

  1. qatro sagt:

    was ist weg ungewesen

  2. eri junge sagt:

    sicher wenn ich erenire das weg ich weine weil ist richtig der weg war ungewessen. das war vor 6 jahren montag am morgen 5 uhr ich und mein freund von heimat weg ,am anfang war nicht schlim weil wir fahren mit ein klein buss ein tag aber in die next tag unsre weg war von tag nacht and von bus zu fuss und wir weiss garnicht was vorne ist wir laufen ein fach nach vorne . kann man sehen im dunkle was vor dem dich nein das weg ist auch gleich

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